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Würmer im Obst? Müssen nicht sein!
Leuchtend rote Kirschen – und in jeder Frucht ein Wurm? Im Apfel ein Fressgang bis zum Kerngehäuse – dort hat es sich die Made gemütlich gemacht? Schwarze, schleimige Walnüsse mit teigigen, angefressenen Kernen? Kennst du?
Würmer im Obst sind nicht nur lästig, sondern ruinieren im schlimmsten Fall viele Früchte. Steht die Ernte an, ist es bereits zu spät. Vorbeugend stehen dir hingegen mehrere Maßnahmen zur Verfügung, um dein Obst vor Wurmbefall zu schützen.
Wichtig: die Maßnahmen müssen rechtzeitig erfolgen – also schon ab Mai!
So kommt der Wurm in die Frucht
Würmer im Obst sind Larven von Insekten. Das erwachsene Weibchen legt Eier an oder unter die Schale der noch unreifen Frucht. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und fressen sich sofort Richtung Kern durch. Dort angekommen geht das Gelage munter weiter. Nach dem vielen Fressen müssen die Würmer verdauen - im Obst findest du daher die kleinen, griesartigen, braunen Exkremente.
Wurm ≠ Wurm
Viele Insekten sind sehr spezialisierte Tiere, befallen also nur eine oder wenige Obstarten. Die Würmer in der Kirsche kommen von der Kirschfruchtfliege, in Apfel und Birne vom Apfelwickler, in der Walnuss von der Walnussfruchtfliege. Im Laufe der Zeit haben diese Insekten ihren Lebens-Rhythmus an den Zyklus der Pflanzen angepasst. Für den vorbeugenden Schutz der Obstbäume ist also wichtig, dass du die Zeiträume kennst, zu denen die Insekten ihre Eier auf die Früchte legen. So kannst du gezielte Maßnahmen setzen.
Schutz der Kirsche
Die Kirschfruchtfliege schlüpft ab Mitte Mai aus dem Boden, wo sie verpuppt den Winter verbringt. Nach einem mehrtägigen Reifungsfraß legt die Kirschfruchtfliege ihre Eier an warmen, sonnigen Tagen auf die gerade gelb werdenden Früchte. Die Zeit der Eiablage zieht sich von Mitte/Ende Mai bis Ende Juni.
Vorbeugende Maßnahmen
Bedecke den Boden unter deinem Kirschbaum mit einem feinmaschigen Insektennetz, um frisch geschlüpfte Insekten abzufangen. Alternativ kannst du kleine Kirschbäume direkt mit einem Netz bedecken, damit die Kirschfruchtfliege nicht zu den Früchten gelangt.
Große Gelbtafeln im Kirschbaum werden von der Kirschfruchtfliege mit reifenden Kirschen verwechselt. Sie bleiben an den Tafeln kleben. Entferne die Gelbtafeln nach der Flugzeit, um andere Insekten zu schonen.
Nach der Ernte
Sammle zu Boden gefallene Kirschen, aus denen die Larven direkt in den Boden wandern, ein. Gieße während und kurz nach der Ernte mit Maden-Stopp - das sind SF-Nematoden - die Fläche unter dem Kirschbaum. Die SF-Nematoden befallen die Larven im Boden und bringen sie zum Absterben. So beugst du dem Wurmbfall für das nächste Kirschenjahr vor.
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Schutz von Apfel und Birne
Der Apfelwickler ist ein kleiner, graubrauner Schmetterling, der in einem Jahr zwei Generationen hervorbringt. Die erste Generation legt von Mai bis Ende Juli Eier an die kleinen Früchte, die zweite Generation von Juli bis September.
Vorbeugende Maßnahmen
Bedecke kleine Bäume mit einem engmaschigen Insektennetz, aber erst nach der Blüte, damit Bienen zur Bestäubung zum den Blüten gelangen.
Die Flugzeit des Apfelwicklers stellst du mit Pheromonfallen fest. Pheromone locken männliche Apfelwickler an, in den Fallen bleiben sie kleben, die Befruchtung der weiblichen Schmetterlinge wird reduziert.
Sobald sich die ersten Apfelwickler in den Fallen befinden, wird es Zeit für eine direkt, biologische Abwehr. Ein sehr wirksames Bio-Mittel ist das Madex Granulosevirus. Es beinhaltet ganz spezifisch wirksame Viren, die ausschließlich die Larven des Apfelwicklers befallen und sie zum Absterben bringen. Keine Sorge - das Granulosevirus ist absolut ungefährlich für Mensch und Tier. Anwendung mindestens 3 x während der Hauptflugzeit (Mai-August).
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Allgemeine Maßnahmen und nach der Ernte
Lege im Winter Pappstreifen um die Baumstämme. Apfelwickler überwintern in den Hohlräumen – entsorge die Pappe im Frühling. Entferne im Herbst das Fallobst.
Schutz der Pflaume / Zwetschke
Der Pflaumenwickler ist ein etwa 0,8 cm langer Schmetterling, seine Flügelspannweite beträgt 12-15 mm. Er ist lila-grau gefärbt. Ab etwa 16° C legen die Falter-Weibchen ihre Eier an den Früchten ab - einzeln, aber bis zu 60 Stück/Frucht. Nach 2 Wochen schlüpfen die Larven und bohren sich in die Früchte, wo sie zu fressen beginnen. Ein Teil der Larven lässt sich samt Früchten zu Boden fallen, ein anderer Teil geht in eine Art Ruhephase über und frißt erst im Herbst weiter. Die abgefallenen Larven hüllen sich am Stamm oder am Boden, z.B. mit Laub oder kleinen Aststücken, in ein Gespinst ein aus dem in wenigen Wochen die 2. Generation schlüpft und im Sommer nochmal Eier an den Früchten ablegt.
Vorbeugende Maßnahmen
Kontrolliere den Baumstamm und den Boden uter der Baumkrone auf Gespinste und entferne diese. Befestigte einen Streifen Wellpappe rund um den Stamm. Viele Alrven verkriechen sich dort. Erneuere die Wellpappe regelmäßig (als 3-4 Wochen). Entferne vorzeitig abgefallene Früchte und entsorge sie in der Biotonne oder im Restmüll.
Hänge eine Pheromon-Pflaumenmadenfalle in den Zwetschkenbaum. Der Duftstoff lockt die männlichen Falter an, die kleben bleiben. Durch den Fang der Männchen werden weniger Weibchen befruchtet.
Nach der Ernte
Sammle Fallobst und entsorge es in der Biotonne. Anders als im Hauskompost wird es in der kommunalen Kompostierungsanlage so heiß, dass die Larven absterben.
Schutz der Walnuss
Die Walnussfruchtfliege ist in unseren Breiten ein relativ „neuer“ Schädling und vernichtete in den letzten Jahren ganze Nussernten. Das Insekt verpuppt sich bis Juni im Boden, direkt unten den Nussbäumen und befällt ab Anfang Juli die grünen Früchte.
Die Walnussfruchtfliege legt ihre Eier an die noch weiche, grüne Schale der Nuß. Von dort fressen sich die Larven bis zum Nußkern durch.
Vorbeugende Maßnahmen
Lege ab Ende Juni ein feinmaschiges Insektennetz im Bereich der Baumkrone auf den Boden. Schlüpfende Fliegen bleiben im Netz hängen.
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Hänge ab Juni/Juli Gelbtafeln in den Nussbaum. Die gelbe Farbe lockt die Walnussfruchtfliegen an, sie bleiben kleben.
Lege zur Zeit der Nussreife eine Plane unter den Baum und entsorge schwarze Nüsse.
Noch mehr Infos zur Bekämpfung und Vorbeugung der Walnussfruchtfliege liest du im Beitrag: So bleiben deine Walnüsse wurmfrei.
Extra-Tipp
Wie wäre es mit Hühnern im Garten? Auf der Suche nach Futter scharren sie unter Bäumen und fressen allerlei Larven – natürlich auch die Schädlinge.
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