Dem Online-Magazin für Alle, die gerne anbauen!
Hochbeet auffüllen: die beste Anleitung für abgesackte Erde im Hochbeet
Nach der Pflanzsaison ist die Befüllung im Hochbeet ganz schön abgesackt, in einem neuen Hochbeet manchmal sogar um 30-40 Prozent. Das Hochbeet ausschließlich mit Erde aufzufüllen, kostet ganz schön viel Geld und ist noch dazu gar nicht sinnvoll. Womit du das Hochbeet stattdessen nachhaltig und kostengünstig befüllst und wie du auf diese Weise auch im 3., 4. oder 5. Jahr noch Starkzehrer wie Gurken, Paprika und Tomaten anbauen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Wann fülle ich das Hochbeet wieder auf?
Im Herbst oder Frühling – wann ist tatsächlich der beste Zeitpunkt, um das abgesackte Hochbeet wieder aufzufüllen? So ganz eindeutig lässt sich diese Frage nicht beantworten.
Für das Auffüllen im Herbst spricht:
- Du hast ausreichend Befüllungsmaterial zur Verfügung, z.B. Laub, gesammelten Grasschnitt, usw.
- Im Herbst hast du mehr Zeit und Ruhe zum Auffüllen.
- Wenn das Hochbeet über den Winter leer bleibt, kannst du das Hochbeet nach und nach befüllen. So verwertest du auch im Winter anfallende organische Küchenabfälle sinnvoll.
Für das Auffüllen im Frühling spricht:
- Im Hochbeet wächst noch Wintergemüse? Nutze im Frühling die Zeitlücke zwischen Wintergemüse-Ernte und dem neuen Frühlingsgemüse zum Auffüllen.
- Die Hochbeet-Befüllung aus dem Herbst ist bis zum Frühling schon wieder zusammengesackt, d.h. du brauchst im Frühling ohnehin noch etwas Füllmaterial oder alternativ zusätzliche Erde.
Tipp: manchmal kannst du auch eine Kombination beider Varianten nutzen – besonders, wenn dein Hochbeet im Winter leer oder nur spärlich bepflanzt ist. Wie das geht, zeige ich dir im nächsten Schritt.
Ganz viele Hochbeet-Tipps mit zahlreichen fertigen Anbauplänen gibts übrigens in: Das große Hochbeet-Buch! Ausgezeichnet auf der Leipziger Buchmesse als eines der TOP 5 Gartenbücher im deutschsprachigen Raum!
Alles, was du wissen musst, in einem Hochbeet-Buch: für über 1000 Tage pflanzen, ernten, selbstversorgen!
Ausgezeichnet auf der Leipziger Buchmesse unter den TOP 5 der besten Gartenratgeber 2025!Das grosse Hochbeet-Buch, 22,64 €
Dieses Material eignet sich zum Auffüllen deines abgesunkenen Hochbeets
Zum Auffüllen deines Hochbeetes kannst du fast jedes Gartenmaterial verwenden, das im Laufe eines Jahres zusammenkommt. Denke also schon im Sommer oder Herbst an dein Hochbeet und sammle anfallendes organisches Material. Dazu gehören:
- Rasenschnitt
- Laub
- Blätter und Stängel von Stauden
- Gejätete Beikräuter (Achtung: kein Wurzelunkraut wie Quecke, Giersch oder Ackerwinde)
- Pflanzenreste aus dem Gemüsegarten (z.B. gegeizte Tomatentriebe, Strünke von Kohl, Stängel und Blätter der abgeernteten Bohnenpflanzen usw.)
- Alte Erde (z.B. vom Umtopfen)
- Halbfertiger Kompost
- Reifer Kompost

Nicht direkt aus dem Garten, aber auch folgendes Material darf ins Hochbeet:
- Organische pflanzliche Küchenreste, z.B. Obst- und Gemüseschalten, Blätter, Strünke, Zwiebelschalen etc. Achtung: keine gekochten., gesalzenen Speisereste.
- Blätter von Zimmerpflanzen
- Eierschalen
- Kaffeesud
- Lose Tee-Reste
Achtung: keine Teebeutel, sie enthalten Mikroplastik!
- Urgesteinsmehl
- Miscanthus-Mulch
Wichtig: kranke oder befallenen Pflanzenteile müssen draußen bleiben! Gib also keine von Blattläusen befallene Zimmerpflanzen oder Gurkenblätter mit Mehltau ins Hochbeet. Sonst kommt es zu einer Neuinfektion der gesunden Pflanzen!
Keine Sorge, diese lange Liste zeigt dir auf, welche Materialien du verwenden kannst – es müssen aber natürlich nicht alle vorhanden sein.
Dein abgesacktes Hochbeet auffüllen in 8 Schritten
Jetzt ist es endlich soweit und du beginnst mit dem Auffüllen. So geht´s:
Schritt 1: Entferne vorhandene Pflanzenreste aus dem Hochbeet. Reiße Wurzeln und Strünke von Gemüse aus und lass sie einfach im Hochbeet liegen. Kranke Pflanzenteile und Wurzelunkräuter dürfen hingegen nicht im Hochbeet bleiben. Reiße sie sorgsam samt Wurzeln aus und entsorge sie in der Biotonne. Anders als in deinem Hauskompost wird es in großen Kompostanlagen heiß genug, um Wurzelreste und Pilzsporen abzubauen.
Schritt 2: fülle organische Küchenabfälle in dein Hochbeet. Besonders praktisch ist, wenn das Hochbeet im Winter leer bleibt. Kippe den Inhalt deines Kompostkübels einfach ins Hochbeet statt auf den Kompost. Im Verlauf eines Winters kommt so ohne viel Mühe eine Menge Material zusammen.

Schritt 3: jetzt kommen etwas gröbere Pflanzenreste hinein, wie verdorrte Stängel (etwa von Sonnenblumen, Rhabarber), abgeschnittene Blätter von Ziergräsern und Zimmerpflanzen oder Staudenreste. Zweige und Äste von Sträuchern und Bäumen dürfen hingegen nicht mehr ins Hochbeet. Sie sind zu grob und brauchen zu lange zum Verrotten.

Schritt 4: mische feineren Grasschnitt (vom Rasenmähen) unter das grobe Material.
Schritt 5: Bedecke die Pflanzenreste mit halbfertigem Kompost (Alternative: alte Erde). Falls vorhanden, streue 1-2 Handvoll Urgesteinsmehl über diese Schicht. Es reichert dein Hochbeet mit Spurenelementen an, gibt Struktur und verhindert Fäulnis, indem es austretende Säfte bindet.

Gesunder Boden, gesunde Pflanzen.Urgesteinsmehl, 2,5 kg, 8,25 €
Schritt 6: als nächste Schicht kommt Laub an die Reihe. Ich sammle das Laub im Herbst in stabilen, plastikfreien Gartensäcken, bewahre es in der Garage auf und fülle es erst im Frühling ins Hochbeet. Es darf so gut wie jedes Laub ins Hochbeet – Ausnahme Nusslaub: die Blätter enthalten Gerbsäure, die den Boden versauert und das Wachstum deiner Pflanzen hemmt. Mische etwas alte Erde unter die Laubschicht. Sie verhindert, dass faulende Stellen entstehen. Streue alternativ auch hier etwas Urgesteinsmehl unter.

Gartenabfallsäcke aus Papier - praktisch, reißfest, 100 % kompostierbar und garantiert plastikfrei!Gartenabfallsäcke aus Papier, 5 Stk. à 110 l, 12,49 €
Schritt 7: Jetzt kommt gereifter Kompost auf die Laub-/Alte-Erde-Mischung. Ideal ist immer der Kompost aus dem eigenen Garten, denn hier weißt du genau, welche Grundstoffe du eingefüllt hast. Beim kommunalen Kompost schwingt ein wenig das Risiko verunreinigter Stoffe aus der Biotonne mit, z.B. Mikroplastik oder Schwermetalle. Wenn du keinen Kompost hast, kannst du diese Lage auch durch Bio-Erde ersetzen.

Schritt 8: Die Abschluss-Schicht bildet immer eine gute, torffreie Bio-Erde. Diese sollte etwa 10-15 cm stark sein, damit deine Pflanzen zu Beginn ausreichend Platz für ihre Wurzeln haben. Im Verlauf von Frühling und Sommer können die Wurzeln dann tiefer wachsen, da das darunter liegende Füllmaterial verrottet und weiteren Wurzelraum bietet.
Torffreie Bio Erde Universal für alle Garten-, Balkon und Zimmerpflanzen.
Bio-Erde Universal 45 Liter, 12,42 €
Du hast nicht jedes Material? Hier einige Alternativen:
In kleinen Gärten oder am Balkon ist es nicht so einfach, ausreichend Material zusammenzubekommen. Zum Glück gibt es Ersatzstoffe:
Ersatz für Laub, Stängel, Grasschnitt: Miscanthus-Mulch, Stroh oder Hanfschäben
NaturMulch Endl besteht zu 100 % aus Miscanthus – Häcksel (auch bekannt als Elefantengras, Chinagras oder Chinaschilf) - eine tolle Alternative zu Rindenmulch! Auch für Hochbeet Befüllung und als Einstreu für Tiere geeignet!
Packung zu 100 Liter!NaturMulch Endl, Miscanthus, 100 l, 12,39 €
Ersatz für Kompost: Wurmhumus
Hochwertiger organischer Dünger für Obst und Gemüse, Bäume, Sträucher, Grün- und Blühpflanzen ohne Hornmehl oder HorngriesWurmkraft Vermicult®, mehlig, 4 kg Eimer, 18,75 €
Ersatz für alte Erde: torffreie Bio-Erde
Ersatz für organisches Material/Küchenreste: Schafwollpellets (nicht zu viel untermischen, da sie düngend wirken!)
Natürlicher Bio-Dünger aus der Wolle österreichischer SchafeBio-Schafwollpellets, 800 g, 10,75 €
Warum wird das Hochbeet wieder fruchtbar?
Wenn du dein abgesacktes Hochbeet auf die beschriebene Weise wieder auffüllst, wird es so fruchtbar wie im ersten Jahr. Während oben das frisch angebaute Gemüse wächst, findet im Hochbeet wieder ein intensiver Ab- und Umbauprozess statt. Regenwürmer, Springschwänze und Tausendfüßler wandern von unten in die neuen Schichten, auf dem eingefüllten Materialien haften Mikroorganismen, Pilze und anderes kleines Getier. Auch Asseln sind Gäste in deinem Hochbeet. Diese entdeckst du leicht, da sie nahe der Oberfläche wohnen. Wie alle anderen Tiere sind sie wertvoll und machen dein Hochbeet so fruchtbar. Deine Hochbeet-Bewohner beginnen gleich nach dem Auffüllen mit ihrer Arbeit: sie fressen und verdauen, graben Röhren und Gräben und gehen untereinander Kooperationen ein. Bei ihrer Tätigkeit setzten sie Wärme und Nährstoffe frei. Beides kommt deinen Pflanzen zugute, sie wachsen schneller, üppiger und gesünder. Gleichzeitig entsteht durch verschiedene Prozesse noch mehr wertvoller Kompost und Humus. Dadurch finden auch tief wurzelnde Pflanzen überall im Hochbeet genug Nährstoffe.
FAQs: Häufige Fragen zum Auffüllen der abgesackten Hochbeet-Befüllung
Mit pflanzlichen Resten aus Garten und Küche. Dazu gehören Laub, Grasschnitt, Staudenreste, Küchenabfälle wie Obst- und Gemüseschalen, Eierschalen, Kaffeesud, alte Bio-Erde, unreifer und reifer Kompost, torffreie Bio-Erde. Beides hat seine Berechtigung. Im Herbst fällt mehr Material an, im Frühling kannst du direkt nach dem Befüllen mit dem Anbauen loslegen. Bleibt das Hochbeet den über Winter leer, kannst du es langsam mit anfallenden Küchenabfällen auffüllen. Es gibt gute Ersatzstoffe. Das sind z.B. Miscanthus-Mulch, Wurmhumus und Bio-Erde. Schnecken verstecken sich gerne im Kompost, aber auch zwischen Laubblättern oder in alter Erde. Halte besonders Ausschau nach Schneckeneiern. Das sind Häufchen mit kleinen, weißen, perlenartigen Kügelchen. Einmal im Hochbeet, schlüpfen sie dort und fressen deine jungen Pflanzen auf. Sicht daher das Material vor dem Einfüllen gut durch. Siebe Kompost, dann entdeckst du die Schnecken und ihre Eier besser. Umgehe nach Möglichkeit kommunalen Kompost, er ist oft eine Quelle für Mikroplastik. Im eigenen Kompost/Hochbeet: entferne Etiketten von Obst – und Gemüseschalen, Teebeutel müssen draußen bleiben, ebenso verrottbare Plastiksäcke (verrotten nur sehr langsam und unter große Hitze). Entferne Kunststoffvliese und Netze, auch sie geben Mikroplastikteile ab. Mit kranken Pflanzenteilen, die z.B. von Mehltau oder Kraut- und Braunfäule befallen sind, da sich die Pilzsporen im Hochbeet vermehren. Folgendes muss auch draußen bleiben: Wurzelunkräuter, samentragende Unkräuter, gekochte und gesalzene Speisereste, Fleisch, Fisch, Wurst, marinierte Salate und große Mengen an Zitrusfrüchten (schädigen den Regenwurm). Womit fülle ich die abgesunkene Hochbeet-Befüllung wieder auf?
Befülle ich mein Hochbeet besser im Herbst oder im Frühjahr?
Was mache ich, wenn ich nicht ausreichend Füllmaterial habe?
Wie verhindere ich, dass ich Schnecken ins Hochbeet bringe?
Wie vermeide ich Mikroplastik im Hochbeet?
Womit darf ich das Hochbeet außerdem nicht auffüllen?
Fülle die abgesunkene Befüllung im Hochbeet Jahr für Jahr auf diese Weise nach. So bleibt dein Hochbeet über viele Jahre fruchtbar und der beste Platz für starkzehrende Gemüsearten wie Gurken, Zucchini, Melonen, Paprika und Kohlgemüse.Fazit
Stöbere nach Themen
Am Meisten gelesen:
Meine Tipps für deinen Bio-Garten
Unser bio-garten Ratgeber als Buch:
Geballtes Wissen und unglaubliche Expertise findest Du in unseren bio-garten Ratgebern.
Doris Kampas hat ihr Wissen in diesen drei Büchern geteilt.







