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Was du im Februar für den Garten machen kannst - und was noch nicht
Der Februar ist ein Monat, in dem viele schon etwas unruhig werden und endlich im Garten loslegen möchten. Gehörst du auch dazu? Die gute Nachricht: es gibt eine Menge Dinge, mit denen du jetzt sofort starten kannst – und ein paar, bei denen du lieber noch wartest. Dieser Beitrag gibt dir praktische Tipps, welche Aktivitäten im Februar wirklich sinnvoll sind und welche du besser auf später verschiebst. Damit nutzt du den Winterausklang optimal und gehst bestens vorbereitet in den Frühling.
Sichten: überprüfe Samenvorräte und Co
Irgendwo im Keller, am Dachboden oder in der Hütte findest du sie: die Samenreste vom letzten Jahr, Anzuchtgefäße, Schnüre, Scheren, Beschriftungskärtchen und was man sonst so braucht für den kommenden Frühling. Bevor du dich Hals über Kopf ins Shopping stürzt, sortiere deine Samenbestände, reinige Anzuchtgefäße und Werkzeuge, öle die Scheren und wickle zerfledderte Schnüre auf. Notiere, was dir fehlt und was ersetzt werden muss.
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Tipp: Samen sind meist länger keimfähig, als auf der Samenpackung angegeben ist. Du brauchst abgelaufene Samen also nicht zu entsorgen. Säe sie stattdessen dichter aus, um Lücken im Beet oder Topf zu vermeiden.
Inspirieren lassen: entdecke neue Garten-Ideen und Trends
Nutze nebelige Tage und ruhige Abende und suche dir Ideen und Inspirationen. Schmökere in unserem Ratgeber oder mach es dir mit einem guten Garten-Buch gemütlich. Laut dem Verbrauchermagazin Faire haben Bücher übrigens ein Revival und gehören zu den Top Trends für 2026. Inspirationen für die Bepflanzung deines Hochbeets findest du in unseren tollen Hochbeet-Büchern mit ihren zahlreichen, durchdachten Anbauplänen. Oder liest du lieber über die (Um-)Gestaltung deines Gartens, die eigene Herstellung von Bio-Düngern und den richtigen Einsatz von Nützlingen?
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Für Leseratten und alle, die sich gerne gut vorbereitenHochbeet-Buchpaket mit Bio-Samenset, 45,36 €
Wünschen: bring dein Kopfkino zu Papier
Nach so viel Inspirationen schwirren in deinem Kopf Ideen und Wünsche? Zum Beispiel einmal Puffbohnen anbauen? Oder Mairüben, Jalapeños und Wildtomaten!? Soll gar ein neues Hochbeet einziehen?
Damit dein Kopfkino Realität wird, hilft eine Wunschliste. Notiere alle Wünsche und Gedanken auf einem Blatt Papier oder in ein kleines Büchlein. Wenn alles Schwarz auf Weiß steht, kann du deine Ideen besser sortieren und Aufwand und Kosten abschätzen. Markiere innige Wünsche mit einem bunten Leuchtstift. Nimm dir 2-3 neue Projekte vor – nicht mehr. Denn zu viel Vorsätze auf einmal umzusetzen überfordert meistens, zumindest wenn der normale Alltag weiterläuft.
Loslegen: das kannst du im Februar schon machen
Nach so viel Nachdenken und Planen wird es jetzt endlich Zeit, aktiv zu werden.
Baumanstrich gegen zu frühe Blüte und Rindenrisse
Im Februar scheint die Sonne manchmal schon kräftig und erwärmt dabei die Baumrinde. In der Nacht kühlt es wieder kräftig ab. Durch die starken Temperaturunterschiede können Risse in der Rinde entstehen, die Eintrittspforten für Pilze und Keime sind – Stichwort Obstbaumkrebs.
Kräftiger Sonnenschein weckt – besonders in Obstbäumen – erste Frühlingsgefühle. Einige warme Tage sind Anreiz für eine baldige Blüte.
Abhilfe verschafft in beiden Fällen ein Baumanstrich von Stamm und Zweigen. Er enthält weiße Kalkfarbe, die das Sonnenlicht reflektiert. Dadurch heizt sich der Baum weniger auf, die Rinde bleibt gesund und er blüht später. Besonders empfehlenswert für frühblühende Obstbäumen wie Marillen, Pfirsiche, Mandeln und Nektarinen.
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Jungpflanzen im Februar vorziehen – aber nicht alle
Lass die Finger von Tomaten, Gurken und Brokkoli – wenn du jetzt mit dem Vorziehen beginnst, geht das gründlich schief. Warum, steht etwas weiter unten.
Beginne mit Pflanzen, die entweder eine lange Entwicklungszeit haben oder die bald ins Freie übersiedeln dürfen. Das sind: alle Asia-Gemüse, frühe Salate (z.B. Venezianer, Larissa, Maikönig, Merveille de quatre saisons), Fenchel, Kohlrabi, Lauch, Paprika, Mairübe, Knollen- und Stangensellerie und Kräuter (Liebstock, Thymian, Oregano, Schnittlauch, Petersilie,.....).
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Welche Samen dürfen im Februar schon ins Freie?
Manche Samen darfst du sogar schon direkt säen – Ihnen macht weder Frost noch überraschender Schneefall etwas aus. Dazu gehören: Spinat, Radieschen, Gartenkresse, alle Asia-Gemüse, Pflücksalate wie die Sorten Venezianer oder Misticanza, Feldsalat, Winterpostelein und Puffbohnen. Eine Abdeckung mit Vlies oder Frühbeet-Aufsatz fördert ihr Wachstum.
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Tipp: Ernte das Gemüse rechtzeitig, denn wenn die Tage länger werden, beginnt es zu schossen, also zu blühen und wird ungenießbar. Ausgenommen Puffbohnen: hier ist die Blüte erwünscht, da daraus die Bohnen entstehen.
Beete im Februar vorbereiten – für einen sorgenlosen Frühling
Wenn es die Witterung zulässt, kannst du bereits mit der Vorbereitung deiner Beete beginnen. Es sollte allerdings einige Plusgrade haben und schneefrei sein. Da die Beete noch unbewachsen sind, hast du jetzt den besten Überblick. Gehe folgendermaßen vor:
- Entferne Pflanzenreste vom Vorjahr und bringe sie auf den Kompost.
- Halte Ausschau nach Mini-Schnecken und Schneckeneiern. Die Häufchen kleiner weißer Kügelchen lassen sich jetzt am besten entdecken. Entsorgen sie umgehend.
- Bedecke den Boden mit einem schwarzen Mulchvlies. Es fängt die Sonne ein, erwärmt die darunterliegende Erde und verschafft Samen oder Jungpflanzen einen Startvorteil.
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Warten: das solltest du im Februar noch nicht im Garten machen
Bei manchen Vorbereitungen und Tätigkeiten für und im Garten ist es besser, du wartest noch bis März, um Pflanzen und Natur nicht zu schaden.
Empfindliche Jungpflanzen vorziehen
Auf manchen Fensterbänken sprießen schon im Jänner und Februar die Tomaten. Das ist viel zu früh, genauso für Melanzani, Andenbeeren, Tomatillos, Zucchini, Gurken, Kürbis und die meisten Kohlgewächse wie Brokkoli, Kohlsprossen, Kopf- und Wirsingkohl, Kraut und Grünkohl.
Was ist das Problem der frühen Anzucht? Die jungen Keimlinge und Pflänzchen streben nach Licht, das im Jänner und Februar allerdings durch die kurzen Tageslänge in viel zu geringer Dosis daherkommt. Auf der Suche nach mehr Licht strecken sich die Pflänzchen und bilden lange, instabile Stängel, die leicht umfallen. Man sagt auch, die Pflanzen vergeilen. Sie sind schwach und im Freien kaum lebensfähig. Zudem ist die Zeitspanne von Aussaat bis zum Umzug ins Freie viel zu lange, da dieser erst nach den Eisheiligen Mitte Mai möglich ist. Wann der richtige Zeitpunkt für die Vorzucht der Jungpflanzen ist, liest du im Beitrag Jungpflanzen anbauen – für die Ernte rund ums Jahr.
Kompost oder Dünger ausbringen
Als Vorbereitung schon mal Kompost oder Dünger auf die Beete ausbringen, ist doch eine gute Idee, oder? Leider nein, auch wenn es verlockend erscheint, die noch ruhige Zeit für Kompostarbeit und Co zu nutzen. Denn vom leeren oder spärlich bepflanzten Beet werden die Nährstoffe mit dem nächsten Regen oder der Schneeschmelze rasch nach unten gespült und landen ungenutzt im Grundwasser. Bringe Kompost und Dünger daher erst kurz vor oder gleichzeitig mit der Bepflanzung aus.
Schneiden und starke Rückschnitte
Warte mit dem Rückschnitt von Stauden, Rosen, Lavendel und Beerensträucher auf Mitte März bzw. auf den Zeitpunkt, wenn die Natur „erwacht“. Ein guter Indikator ist das Schwellen der Rosenknospen. Zu früher Schnitt kann Frostschäden verursachen, da die Pflanzen noch in Winterruhe sind. Beim Knospenschwellen befinden sich die Pflanzen bereit „im Saft“ – sie reagieren rasch auf Schnittwunden, indem sie diese verschließen.
Stauden- und Blumenstängel sind ein tolles Winterquartier für nützliche Insekten. Schneidest du sie zu bald weg und entsorgst sie möglicherweise noch in der Tonne, fehlen dir die nützlichen Gegenspieler der Schädlinge.
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Zimmerpflanzen umtopfen
Topfe Zimmerpflanzen und frostempfindliche Kübelpflanzen nicht vor Mitte/Ende März um. Jetzt leiden sie unter Lichtmangel und trockener Heizungsluft, wachsen schlecht an und sind anfällig für Schädlinge.
Fazit
Auch wenn im Februar schon dein grüner Daumen juckt, ist noch etwas Geduld gefragt. Ziehe nur Pflanzen vor, die sich langsam entwickeln oder bald ins Freie übersiedeln, die anderen kommen später dran. Nutze die Zeit, um gemütlich in Büchern zu schmökern, Pläne zu schmieden und deine Vorräte aufzufüllen.
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